Forschungsprojekt CHARME im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms des BMWi (LuFo)

Aeromechanische Phänomene, d.h. aerodynamische Effekte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen auf Rotor- oder Hubschraubersystemebene, gehören zu den komplexesten Zusammenhängen, welche die Flugleistung, Flugeigenschaften und den Betrieb eines Hubschraubers bestimmen. Viele dieser Effekte werden bereits bei der Entwicklung des Hubschraubers vorhergesagt und im Design berücksichtigt, damit der sichere und effiziente Betrieb des Hubschraubers sichergestellt ist.

Gewisse aeromechanische Effekte lassen sich aus verschiedenen Gründen nicht oder nur schwer vorhersagen und in die Designüberlegungen einbringen. Dabei handelt es sich keineswegs nur um unbekannte Effekte. Zum Teil sind diese bekannt und werden erwartet. Die Phänomene lassen sich jedoch heute so schwer beschreiben, dass die Entwickler auf die Ergebnisse der Prototypen-Flugversuche angewiesen sind, um anhand von Messdaten und Erprobung verschiedener Lösungsansätze (z.B. Geometrievarianten) ein Design auszuwählen.

Dies führt dazu, dass praktisch bei jedem neuen oder verbesserten Hubschraubermuster eine Vielzahl von Flugversuchen durchgeführt werden muss, um die optimale Konfiguration zu identifizieren. Übergeordnetes Ziel des Vorhabens Challenges in AeRoMEchanics (CHARME) ist es daher, die Fähigkeiten, das Wissen und die Mittel zu erlangen, um bereits in der Entwurfsphase des Hubschraubers abgesicherte Designentscheidungen zu treffen, wo dies heute noch nicht möglich ist. Nach dem Erstflug eines neuen Musters oder Upgrades sollen keine zusätzlichen Flugversuchsstunden und keine zusätzliche Entwicklungsstunden mehr benötigt werden, um die hier untersuchten aeromechanischen Probleme zu behandeln und zu lösen.